Handtuch auf der Liege – oder Platzhalter an der Plakatwand?
Es gibt Verhaltensweisen, die kennt man eigentlich nur aus dem Sommerurlaub: Kaum geht morgens die Sonne auf, werden am Hotelpool die besten Liegen mit Handtüchern reserviert. Genutzt werden sie oft erst Stunden später – Hauptsache, sie sind schon einmal „gesichert“.
Offenbar hat diese Urlaubstradition inzwischen auch den Weg in den Kommunalwahlkampf gefunden.
Als wir gestern Abend von unserer Vorstandssitzung nach Hause fuhren, bot sich uns am Feuerwehrhaus in Nindorf dieses Bild: Mehrere handgeschriebene Zettel mit den Aufschriften „CDU“ und „Bürgerliste“ markieren bereits die vorgesehenen Plakatflächen.
📸 Das Foto entstand am Abend des 9. Juli 2026.
Nun gilt nach den Vorgaben der Gemeinde jedoch, dass Wahlplakate erst ab dem 13. Juli 2026 um 00:00 Uhr aufgehängt werden dürfen. Die eigentliche Plakatierung hat also noch gar nicht begonnen.
Die spannende Frage lautet deshalb:
Reserviert jetzt schon derjenige die besten Plätze, der später zuerst aufhängen möchte?
Oder anders gefragt:
Gilt im Wahlkampf inzwischen das Handtuch-Prinzip?
Natürlich kann es für alles eine Erklärung geben. Vielleicht handelt es sich nur um eine gut gemeinte Gedankenstütze. Vielleicht sollen lediglich Standorte markiert werden. Vielleicht auch etwas ganz anderes.
Dennoch wirkt das Ganze auf Außenstehende zumindest ungewöhnlich.
Besonders bemerkenswert erscheint dabei, dass der Leiter des zuständigen Bauhofs nach unserer Kenntnis einer der beteiligten Parteien angehört und zugleich das Ehrenamt des Bürgermeisters ausübt. Gerade in einer solchen Konstellation ist Transparenz wichtig, damit gar nicht erst der Eindruck entsteht, einzelne Parteien könnten einen organisatorischen Vorsprung genießen.
Wir möchten deshalb keine Vorwürfe erheben, sondern eine einfache Frage stellen:
Gelten für alle Parteien dieselben Regeln – und zwar ab dem gleichen Zeitpunkt?
Denn Chancengleichheit beginnt nicht erst am Wahltag, sondern bereits bei den Rahmenbedingungen des Wahlkampfes.
Augenzwinkerndes Fazit
Falls sich das mit den Platzhaltern durchsetzen sollte, schlagen wir für die nächste Kommunalwahl vorsorglich folgendes Verfahren vor:
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- Januar: Handtücher auslegen.
- Ostern: Platzhalter laminieren.
- Pfingsten: Reihenfolge der Klebestreifen auslosen.
- Juli, 00:00 Uhr: Dann dürfen endlich die Plakate aufgehängt werden.
Bis dahin halten wir es lieber mit den Regeln als mit der Handtuch-Methode.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt den zum Zeitpunkt der Aufnahme festgestellten Sachverhalt wieder und stellt eine satirische Meinungsäußerung dar. Über die Hintergründe der angebrachten Platzhalter liegen uns derzeit keine gesicherten Erkenntnisse vor.



