Europa leidet unter einer Schuldenkrise, zum Beispiel Griechenland und Italien haben so hohe Schulden, dass niemand davon ausgeht, dass diese Länder zukünftig zum Zurückzahlen dieser Verbindlichkeiten in der Lage sein werden. Daher ist es nicht nachvollziehbar, dass gerade ein historisches, zu großen Teilen durch neue Kredite finanziertes „Haushalts- und Finanzpaket“ in Brüssel vereinbart wurde. Der Schuldenstand steigt auf bisher ungeahnte Höhen, zukünftige Generationen werden in einem nie gekannten Ausmaß ihrer Handlungsmöglichkeiten beraubt.

Auch gibt es erstmals gemeinsame Schulden der EU-Länder. Das heißt wenn zum Beispiel Griechenland oder Italien zukünftig ihrer Zahlungspflicht nicht nachkommen werden, dann müssen die deutschen Steuerzahler einspringen und für die Schulden dieser Länder einstehen.

Nach diesem historischen Dammbruch stellt sich die Frage, warum die Bundeskanzlerin ihrem Vaterland das angetan hat. Sie hat diesen Vereinbarungen zugestimmt und befürwortet sie, obwohl sie nach den Verträgen von Jalta und Versailles die dritte herbe Niederlage für Deutschland darstellen und zukünftige Generationen auf Jahrzehnte belasten werden. Dabei ist es heute schon zutiefst ungerecht, stark von diesem Programm profitierende Länder haben zum Beispiel höhere mittlere Pro-Kopf-Vermögen oder höhere Rentenniveaus als die hauptsächlich zahlenden Deutschen.

https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-07/eu-gipfel-bruessel-einigung-naechster-integrationsschritt