Der vor fast 10 Jahren aufgegebene Altbau der Realschule Cuxhaven steht vor seiner Reaktivierung. Damit da, wo heute noch Marder auf dem Dachboden hausen, Wasser im Keller steht und Bausubstanz vor sich hinschimmelt bald wieder Schüler unterrichtet werden können, will die Mehrheitskooperation (CDU/FDP, SPD und Grüne) 600.000 Euro aus dem Haushalt des Landkreises zur Renovierung dieses Gebäudes einsetzen, um es anschließend, nach Ende des Provisoriums dann abzureißen.

Diese Vorgehensweise offenbart ein beispielloses politisches Versagen. Ideologisch bedingt haben die etablierten Parteien übereilt viele Schulen geschlossen, ohne sich Gedanken zu machen, ob für die betroffenen Schüler in den verbleibenden Schulen genug Platz ist. Die Schülerzahl der Bleickenschule, die das alte Realschulgebäude zukünftig als Außenstelle nutzen soll ist auch deshalb so gestiegen, weil die nur etwa 1 km entfernte Wichernschule geschlossen wurde. Ein weiterer Grund ist der Verkauf des Gebäudes der Gorch-Fock-Schule, die seitdem Räume der Bleickenschule nutzt. Das heißt zwei politische Fehlentscheidungen habe dazu geführt, dass die Bleickenschule unter großer Raumnot leidet.

Diese Fehlentscheidungen haben weitreichende Folgen, sowohl finanziell (Steuergeld wird nicht sinnvoll ausgegeben, weil man mindestens 600.000 Euro in ein Gebäude steckt, um es kurze Zeit später abzureißen) als noch viel mehr für die Schüler: Wenn einzelne Klassen in einer Außenstelle untergebracht werden bringt erhebliche Nachteile mit sich. Der Realschule wurde der Abriss des alten, leer stehenden Gebäudes versprochen, um die frei werdende Fläche als Schulhof nutzen zu können. Doch stattdessen erfolgt jetzt das Gegenteil, durch die Außenstelle der Bleickenschule kommen noch mehr Schüler. Wer morgens kurz vor Schulbeginn die Kreuzung Abendrothstraße-Schulstraße passiert sieht, welch ein Gedränge da herrscht. Angeblich sollen im alten Gebäude alle Grenzwerte eingehalten werden, dennoch ist die Nutzung eines fast 10 Jahre leer stehenden Gebäudes riskant und ein Schulleiter fand dazu klare Worte: „Hier sollte nie mehr ein Schüler unterrichtet werden“.

Die AfD hat im Kreistag jede Schulschließung abgelehnt und darauf hingewiesen, dass man vorhandene, bewährte schulische Strukturen nicht einfach aufgeben soll. Jetzt zeigt sich einmal mehr sehr deutlich, wie richtig und berechtigt diese Forderung war und ist.