Das Establishment gab der AfD die Schuld am Attentat von Hanau, obwohl der Täter verrückt war. Weil er sich gezielt Opfer mit Migrationshintergrund aussuchte, gab es für die etablierten Parteien nicht den geringsten Zweifel, dass die AfD Schuld sei.

So krank dieser Mann war, eines konnte er noch klar erkennen: wenn ein Migrant einen Deutschen umbringt, dann ist es ein bedauerlicher Einzelfall, über den man besser nicht spricht. Falls doch, dann hat die oder der Deutsche nicht die erforderliche Armlänge Abstand gehalten, sich verführerisch gekleidet, provozierend geschaut oder sonst irgend etwas getan, weshalb sie oder er selbst Schuld wäre. Wenn aber ein Deutscher einem Migranten nach dem Leben trachtet, dann verfällt das Establishment sofort in politische Schnappatmung, der Bundespräsident hält eine Rede gegen rechts, es gibt Mahnwachen, große Demos und Konzerte gegen rechts, sogar die Omas gegen rechts werden mobilisiert und unzähliges mehr. Daher war es für den Täter klar, mit welchen Opfern er die maximale Aufmerksamkeit erhält und entschied sich entsprechend.

Das belegt auch ein Text des Bundeskriminalamts. In einer Analyse zum Täter heißt es, „Tobias R. sei in erster Linie nicht von einer rechtsextremen Gesinnung getrieben worden. Er habe seine Opfer vielmehr ausgewählt, um möglichst viel Aufmerksamkeit für seine Verschwörungstheorie zu bekommen. Rassismus sei nicht das Hauptmotiv von Tobias R. gewesen, so die BKA-Ermittler.“

Da könnte man jetzt natürlich zurückrudern und sich für die Instrumentalisierung dieses Verbrechens entschuldigen, doch weit gefehlt: einige etablierte Politiker haben schon klargestellt, dass die Einschätzung der BKA-Ermittler völlig unerheblich sei, es würde nur zählen, dass die Opfer einen Migrationshintergrund hatten. In der Folge bleibt es für sie dabei, dass die AfD die Alleinschuld an diesem Anschlag habe.

https://www.sueddeutsche.de/politik/anschlag-hanau-rechtsextremismus-abschlussbericht-bka-1.4859441