Es geht schon in der Überschrift los: „Ruf nach Gesamtschule wird lauter“ ist in der Samstagsausgabe (07.03.) der Cuxhavener Lokalpresse auf Seite 13 zu lesen. Doch das stimmt nicht, sowohl die links-grüne Redakteurin als auch ihre politischen Freunde in den Kreis- und Ratsgremien haben schon immer sehr, sehr laut nach einer Gesamtschule gerufen. Neu ist nur, dass die CDU auch in dieser politischen Frage umgefallen ist und das jetzt offenbar mitmacht.

Die zweite Lüge ist der Satz, dass sich „der Zusammenhang für Laien gar nicht so leicht erschließe“. Auch für im Kreis- und Stadtschulausschuss vertretene, mit der Materie befasste Kommunalpolitiker erschließt sich der Zusammenhang ebenfalls nicht. Zwei Schulen teilen sich ein Gebäude und leiden sehr unter Platzmangel. Daher soll die Gorch-Fock Grundschule einen neuen Standort erhalten, so dass die Bleicken-Hauptschule ihr Gebäude wieder alleine nutzen kann und ausreichend Platz hat. Das mit der Forderung zu verbinden, die Bleickenschule in eine Einheitsschule umzuwandeln ergibt keinen Sinn. Dann kämen etliche Schüler hinzu, die sonst auf Realschulen oder Gymnasien gegangen wären und der Platz würde wieder nicht reichen!

Die dritte Halbwahrheit ist das Zitat des AfD-Vertreters im Schulausschuss, dass es ein „schulpolitischer Offenbarungseid“ sei, dem Landkreis Vorschläge für den Sekundarbereich zu machen. Dieses Zitat ergibt keinen Sinn, weil die Hälfte weggelassen wurde. Fakt ist, dass die etablierten Parteien nun schon seit Jahren das Problem des Platzmangels von Bleicken- und Gorch-Fock-Schule ungelöst vor sich herschieben. Das heißt der städtische Schulausschuss bekommt die Probleme, für die er zuständig ist nicht gelöst. Nicht zu vergessen, dass die Raumnot nur durch seine Fehlentscheidung entstanden ist, die Gorch-Fock-Schule ins Gebäude der Bleickenschule zu „quetschen“. Das heißt die etablierten städtischen Schulpolitiker haben bei diesem Problem völlig versagt und erdreisten sich jetzt, dem Landkreis oberlehrerhaft Vorschläge zu machen, was er doch schulpolitisch besser machen solle.

Die Vierte Halbwahrheit ist das angebliche „Überlebenskonzept“ für die Hauptschule. Nur durch eine Umwandlung in eine Einheitsschule können, so die links-grüne Argumentation der Redakteurin die Hauptschulen überleben. Dabei ist das Problem aber doch gerade nicht, dass diese Schulen nicht nachgefragt werden, sondern dass durch steigende Schülerzahlen Platzprobleme entstanden sind, die durch Hinzunahme von Schülern anderer Schulformen noch größer würden.

Und die fünftens weggelassenen Fakten sind, dass sich die dreigliedrigen Schulen (Gymnasien, Real- und Hauptschulen) in Cuxhaven großer Beliebtheit erfreuen. Es ist nicht lange her, dass für die Realschule Cuxhaven ein Neubau erstellt wurde, eben weil eine Mehrheit an die Zukunft dieser Schulform in Cuxhaven glaubt.