Selbst die etablierte Presse gibt zu, dass das beschlossene Klimapaket mit dem Herzstück Bepreisung des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes im Gebäude- und Verkehrssektor sozial ungerecht ist: „Wer weniger verdient, macht Minus“. Durch diese CO2-Bepreisung wird sich der Liter Benzin, Diesel oder Heizöl um etwa 10 Cent verteuern und von der als Entlastung beschlossenen Erhöhung der Pendlerpauschale profitieren Gutverdiener am stärksten.

Dieses Paket trägt massiv zur weiteren Spaltung der Gesellschaft bei. Neben den schon genannten Besserverdienern profitieren auch viele Großstadt-Bewohner, die zum Teil alle 10 Minuten mit der U-Bahn fahren können, während eine ländlich geprägte Region wie das Cuxland zu den großen Verlierern zählt. Hier sind viele auf das Auto angewiesen und müssen für ihre Fahrten zum Einkaufen, zu Freizeitaktivitäten oder zum Arzt entsprechend tiefer in die Tasche greifen.

Beachtenswert ist auch, dass im unten verlinkten Artikel ausgeführt wird: „Je höher der CO2-Preis steigt, desto mehr Vermieter werden Heizanlagen modernisieren und Gebäude dämmen, um die Nebenkosten ihrer Immobilien niedrig zu halten.“ Diese Aussage zeigt, dass diese Politik voller Widersprüche ist. Vermieter haben eben gerade keinen Anreiz zur Modernisierung oder Wärmedämmung, weil einerseits die höheren Heizkosten voll an die Mieter weitergegeben werden und andererseits Modernisierungen in der Regel über Mieterhöhungen refinanziert werden, die wiederum politisch häufig nicht gewollt sind (Stichwort Mietendeckel).

Doch es gibt noch eine Steigerung der Widersprüchlichkeit: Ein Teil der Einnahmen aus dem beschlossenen Klimapaket soll genutzt werden, um die EEG-Umlage auf elektrischen Strom zu senken. Die Strompreise sind in Deutschland mittlerweile etwa doppelt so hoch wie in vielen EU-Ländern, daher soll jetzt über Benzinpreiserhöhungen ein weiterer Strompreis-Anstieg verhindert werden!

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-12/klimapaket-co2-kompromiss-energiekosten-verbraucher